Botanische Weihnachtskarten mit Cyanotypie: vom Probedruck zum Umschlag

Gestalte blaue Weihnachtskarten mit flachen Pflanzen und Papiersternen. Mit Belichtungsprobe, Spülen, Trocknen und Aufkleben.


Von Cyanoprints
4 Min. Lesezeit

Illustration botanischer blauer Cyanotypien mit cremefarbener Weihnachtskarte, Papiersternen und Umschlägen

Ein heller Zweig auf tiefem Blau braucht wenig Schmuck, um eine Weihnachtskarte zu werden. Bei der Cyanotypie entsteht das Bild durch Licht: Flache Pflanzen oder lichtundurchlässige Papierformen schirmen Bereiche ab, die heller bleiben. Jede Anordnung darf etwas anders aussehen.

Für dieses Projekt wird der Druck separat angefertigt, vollständig getrocknet und anschließend auf eine Karte geklebt. So bleibt der gefaltete Kartenkarton außerhalb des Nassprozesses. Beginne mit einem gelungenen Probedruck. Winterlicht, Papier und Schichtdicke erlauben keine allgemeingültige Belichtungszeit.

Illustration einer möglichen Kartengestaltung, keine Aufnahme eines von uns durchgeführten Materialtests.

1. Karte und Umschlag zuerst wählen

Wähle eine Kartenbasis passend zum Umschlag. Lege ein unbehandeltes Stück Druckpapier darauf und prüfe Rand, Gruß und Falz. Die Bildfläche sollte nicht über den Falz laufen. Ein einzelner Druck lässt sich leichter spülen als eine bereits gefaltete Karte; der Kartenkarton muss nicht ins Wasser. Verwende bei einer Serie dieselben Außenmaße. Kleine Unterschiede in der Blattstellung können Teil des Entwurfs bleiben.

2. Geeignete Materialien bereitlegen

Du brauchst Cyanotypiechemie, saugfähiges Papier, Pinsel, Mischgefäße, trockene flache Pflanzen oder deckende Papierformen, eine geeignete Kontaktanordnung, Spülwasser und Trockenplatz. Das Cyanotype Starter Kit enthält Pulverchemie für 200 ml Emulsion, zehn Aquarellblätter in verschiedenen Formaten, Schaumstoffpinsel, Messbecher, Mischschale, Nitrilhandschuhe und Anleitung. UV-Lampe, Negativ und Kontaktplatte sind nicht enthalten. Eine Nachfüllung passt bei vorhandenen Arbeitsgeräten. Aquapad ist eine mögliche Papierwahl mit 300 g/m², kein vorbeschichtetes Cyanotypiepapier.

3. Eine ruhige Winterkomposition legen

Wähle einen kleinen, trockenen, möglichst flachen Zweig. Dicke holzige Teile können über dem Papier stehen und weichere Ränder erzeugen. Ergänze nach Wunsch einen Papierstern oder Kreis; aufwendige Formen sind unnötig. Lege alles zunächst auf unbehandeltes Papier und prüfe die Freiflächen. Abgeschirmte Stellen bleiben heller, der offene Hintergrund wird blau. Platziere den Gruß außerhalb dichter Zweige. Ein Foto dieser trockenen Anordnung hilft beim späteren Zurücklegen.

4. Arbeitsplatz und dünne Beschichtung vorbereiten

Trenne trockenes Papier und Karten von Misch- und Spülbereichen. Befolge Etiketten und Anleitung zu Ansatz, Schutz und Lagerung; vermeide Haut- und Augenkontakt sowie das Einatmen von Pulver. Verwende kein Ess- oder Trinkgeschirr. Ein Chemieset ist nicht automatisch Kinderspielzeug. Bereite die Komponenten getrennt nach Vorgabe vor und mische die benötigte Arbeitslösung kurz vor dem Beschichten. Arbeite bei gedämpftem Licht, trage eine dünne gleichmäßige Schicht auf und trockne das Papier vollständig im Dunkeln. Pfützen und feuchte Flecken erschweren die Beurteilung.

5. Belichtung mit einer Probe bestimmen

Lege die Formen auf trocken beschichtetes Papier und sorge für geeigneten stabilen Kontakt, ohne Pflanzen oder Material zu beschädigen. Nutze Sonnenlicht oder eine geeignete UV-Anordnung nach Geräteanleitung. Schaue nicht direkt in die UV-Quelle und beachte vorgeschriebenen Augen- und Hautschutz. Erstelle eine kleine Belichtungsreihe und notiere die Bedingungen. Bewölkung, Wintersonne, Kontaktmaterial und Lampenabstand verändern das Ergebnis. Vergleiche nur Proben mit demselben Papier, Auftrag und Aufbau. Sonst bleibt unklar, welche Änderung wirkte.

6. Spülen und erst trocken beurteilen

Entferne die Formen und spüle nach Anleitung deiner Chemie mit sauberem kühlem Wasser, bis unbelichtetes Material ausgewaschen ist und das Wasser klar bleibt. Behandle nasses Papier vorsichtig, ohne zu reiben. Gib für dieses Projekt keine Bleiche, Reinigungsmittel oder weitere Chemie hinzu. Lasse den Druck vollständig an der Luft trocknen. Das Blau kann sich beim Trocknen und Oxidieren verändern; ein nasser Druck ist nicht das Endergebnis. Hole Karten und Umschläge erst zurück, wenn Hände und Arbeitsfläche sauber und trocken sind.

7. Fehler einzeln eingrenzen

BeobachtungPrüfenNächste Probe
Trockenes Bild zu schwachBelichtung, Auftrag, PapierNur einen Faktor verändern
Weiche oder doppelte RänderBewegung, Abstand zum PapierFlacheres Motiv, stabiler Kontakt
Gelbliche RückständeSpülweise laut AnleitungGründlich ohne Scheuern spülen
Beschädigte PapierfasernNasse Behandlung, PapierwahlWeniger Reibung, Papierprobe

Die Tabelle hilft bei der Suche, ist aber keine Diagnose jeder Chemie. Prüfe zuerst deine Anleitung. Mehr Chemie oder eine dickere Schicht ist nicht automatisch besser.

8. Vollständig trockenen Druck montieren

Passe das trockene Bild auf die Kartenbasis und halte den Falz frei. Teste Klebstoff oder Papierbefestigung an einem Reststück, bevor du alle Karten zusammensetzt. Die Methode muss zu beiden Papieren passen; beachte ihre Trocknungsvorgaben. Eine Archivfestigkeit ist damit nicht zugesichert. Ergänze Name, Jahr oder Gruß dort, wo Druck und Feuchtigkeit das Bild nicht schädigen. Prüfe flache Lage und problemloses Einschieben in den Umschlag. Staple keine innen noch feuchte Karte, nur weil sich die Vorderseite trocken anfühlt.

9. Kleine Serie mit Druckprotokoll planen

Angenommen, du möchtest sechs Karten. Das ist ein Gedankenbeispiel, keine von uns getestete Set-Ausbeute. Beginne mit einer Probe und reserve Papier für Wiederholungen. Fertige den Rest erst nach einem passenden trockenen Ergebnis an. Notiere Papier und Format, Misch- und Beschichtungsmethode, Lichtquelle und Bedingungen, Kontaktaufbau, Belichtung, Spülen und trockenes Ergebnis. Bewahre einen Probestreifen dazu auf. Ändert sich das Licht, mache eine neue Kontrolle statt die vorige Zeit ungeprüft zu übernehmen.

10. Vor dem Versenden prüfen

  • Das Bild ist vollständig trocken und färbt bei vorsichtigem normalem Anfassen nicht ab.
  • Druck und Falz sitzen richtig; der Umschlag schließt ohne Spannung.
  • Der Gruß ist lesbar, der Karton frei von Kleber- und Wasserflecken.
  • Die Notizen bleiben für die nächste Serie erhalten.

Lieber Materialien verschenken? Unser neuer Weihnachtsgeschenk-Ratgeber für Kreative hilft beim Auswählen. Eine Karte passt auch zu einem bemalten wiederverwendbaren Geschenkbeutel. Plane für jeden Teil eine machbare Probe und genügend Trockenzeit ein.