Belichtungszeit für die Cyanotypie: Sonne, UV-Lampe und Teststreifen
Die korrekte Belichtungszeit für die Cyanotypie ist keine feste Zahl. Sonnenstärke, Jahreszeit, Bewölkung, UV-Lampe, Entfernung, Papier, Beschichtung und Negativ bestimmen zusammen, wie viel UV-Strahlung die lichtempfindliche Schicht erreicht. Gehen Sie daher von Zeiten aus und machen Sie immer einen Teststreifen. Auf diese Weise können Sie innerhalb einer Sitzung eine reproduzierbare Einstellung finden.
Praktische Startzeiten
Die folgenden Werte sind sichere Startbereiche, keine Garantien:
- Helle Sommersonne: oft etwa 3–8 Minuten.
- Mildes oder teilweise bewölktes Sonnenlicht: oft etwa 8–20 Minuten.
- Niedrige Wintersonne oder starke Wolkendecke: 20 Minuten oder länger können erforderlich sein.
- UV-Lampe oder Leuchtkasten: oft 5–20 Minuten, je nach Wellenlänge, Leistung und Entfernung.
Ein dunkler Negativfilm oder eine dicke Kontaktplatte können die Zeit zusätzlich verlängern. Halten Sie den ersten Test klein, denn ein vollständiger Ausdruck sagt Ihnen nur, ob das eine Mal funktioniert hat oder nicht.
Warum das Sonnenlicht so stark variiert
Das Auge sieht Klarheit, aber die Cyanotypie reagiert hauptsächlich auf UV-Strahlung. Zwei Tage können gleich hell erscheinen, während die UV-Intensität stark variiert. Im Winter steht die Sonne tiefer, Wolken filtern UV-Strahlung und ein Fenster blockiert einen Teil der Strahlung. Daher ist „zehn Minuten“ kein Universalrezept.
Wenn Sie im Freien arbeiten, notieren Sie ggf. Zeit, Wetter und UV-Index. Wenn Sie eine Lampe verwenden, notieren Sie die Marke oder den Typ, den Abstand zum Druck und die Aufwärmzeit. Wiederholen Sie die gleiche Einrichtung, bevor Sie neue Variablen hinzufügen.
So stellen Sie einen Teststreifen her
- Beschichten Sie einen Streifen desselben -Papiers wie für den endgültigen Druck.
- Lassen Sie den Streifen gleichzeitig mit dem eigentlichen Druck trocknen.
- Legen Sie ein gleichartiges Objekt oder ein Stück des Negativs darauf.
- Decken Sie den Streifen größtenteils mit undurchsichtigem Karton ab.
- Bewegen Sie den Karton beispielsweise alle 2 Minuten um die gleiche Strecke.
- Spülen Sie den gesamten Streifen auf einmal ab und lassen Sie ihn trocknen.
Wählen Sie die Box mit der besten Balance aus tiefem Blau, klaren Glanzlichtern und sichtbaren Details. Notieren Sie die Gesamtzeit dieses Themas. Mit einer fest installierten UV-Lampe können Sie diese Referenz oft lange nutzen; Bei Sonnenlicht bleibt eine erneute Prüfung sinnvoll.
Was verrät die Farbe bei der Beleuchtung?
Bei guter Beleuchtung verändert sich der Belag von gelbgrün nach graugrün, bronzefarben oder dunkel. Bei einigen Materialien tritt eine leichte Solarisation auf. Diese Änderung ist ein Hinweis, aber kein perfektes Messgerät: Papier, Rezeptur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen das Erscheinungsbild. Treffen Sie Ihre endgültige Entscheidung anhand eines abgespülten und getrockneten Tests.
Unterbelichtung erkennen
- Das Bild wird beim Spülen deutlich heller oder verschwindet teilweise.
- Dunkle Bereiche bleiben blass und haben keine Tiefe.
- Halbtöne sind schwach oder gehen ineinander über.
- Der Druck weist nach dem Trocknen nur einen geringen Kontrast auf.
Erhöhen Sie die Zeit in kleinen Schritten. Überprüfen Sie außerdem, ob die Beschichtung vollständig getrocknet ist und das Papier die Lösung gleichmäßig aufnimmt.
Überbelichtung erkennen
- Helle Details werden blau, wenn sie hell hätten bleiben sollen.
- Feine Linien im Negativ werden geschlossen.
- Der Druck erscheint flach, da verschiedene Farbtöne zusammenfallen.
Verkürzen Sie die Zeit oder verwenden Sie ein Negativ mit höherer Dichte. In einem botanischen Fotogramm kann halbtransparentes Material gezielt Blau- oder Grautöne erzeugen; Das ist nicht immer ein Fehler.
Mit einer UV-Lampe beleuchten
Mit einer Lampe sind die Ergebnisse wiederholbarer als mit der Sonne. Halten Sie den Abstand konstant, verwenden Sie einen Timer und verhindern Sie, dass sich das Setup aufheizt. Eine kleine Abstandsänderung kann die Intensität spürbar verändern. Machen Sie einen erneuten Teststreifen, wenn Sie eine andere Lampe, Kontaktplatte, Papiersorte oder ein anderes Negativ verwenden.
Plexiglas kann als Lichtkontaktplatte praktisch sein, allerdings lässt nicht jeder Kunststoff gleich viel UV durch. Lesen Sie mehr über Plexiglas, Dicke und UV-Durchlässigkeit .
Papier, Textilien und Negative
Glattes Papier sorgt für einen guten Kontakt mit digitalen Negativen; Rohes Papier nimmt manchmal mehr Zeit in Anspruch und es ist wahrscheinlicher, dass kleine Details verloren gehen. Textilien absorbieren unterschiedlich und können ungleichmäßig trocknen. Bei Stoffen hilft die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Cyanotypie auf Textilien . Informationen zu Papier finden Sie im Papierauswahl- und Testleitfaden .
Häufig gestellte Fragen
Kann man die Cyanotypie durch ein Fenster belichten?
Das ist möglich, aber viele Glasarten filtern UV und verlängern die Zeit. Ein Test außerhalb und hinter dem Fenster zeigt, wie viel Unterschied Ihre Verglasung macht.
Sollte eine UV-Lampe genau 365 oder 395 nm haben?
Beide Bereiche können nützlich sein, aber Leistung, Entfernung und Spektrum variieren je nach Lampe. Basieren Sie die Einstellungen auf Ihrem eigenen Test und nicht nur auf der Nummer auf der Verpackung.
Kann ich einen unterbelichteten Druck erneut belichten?
Nur vor dem Spülen, solange die Zusammensetzung genau an Ort und Stelle bleibt. Nach dem Spülen wird die nicht verbrauchte Chemie entfernt und Sie können nicht einfach die gleiche Beschichtung weiter belichten.
Haben Sie immer noch einen blassen, fleckigen oder zu dunklen Abdruck? Dann verwenden Sie den vollständigen Cyanotyp-Fehlerbehebungstool .